Donnerstag, 24. Dezember 2009

Marsch durchs Bauhaus

Wie Ihr ja schon wisst, befindet sich unser Hotel direkt an der Küste. Die Straße, die hier von Nord nach Süd verläuft, ist die Hayarkon Str.. Fast parallel, östlich davon, verlaufen die Ben Yehuda Str., die dann später in die Allenby Str. übergeht, und dann die Dizengoff Str..


Das sind wir heute abmarschiert. Alle drei Straßen sind Hauptverkehrsstraßen mit vielen Geschäften, Restaurants, Cafés und Kneipen. Schnell kamen wir nicht voran, denn die Gebäude rechts und links sind einfach zu schön und wollen alle fotografiert werden. Bauhaus und Art Deco in den abenteuerlichsten Formen und Erhaltungszuständen. Selten herrlich renoviert, manchmal ziemlich verfallen und öfters bis zur Unkenntlichkeit verstümmelt.




Trotzdem für jemanden, der aus einer kriegszerstörten Stadt (Berlin) kommt ein gigantischer Anblick. Zwischen den frühen 30ern und dem 2 ten Weltkrieg kamen 100.000 neue Einwohner nach Tel Aviv und es wurden in der Zeit ca. 4000 Gebäude errichtet. Unter den Immigranten waren zahlreiche Architekten des Bauhauses, die hier ihre Ideen verwirklichen konnten. Für Interessierte hier die Website des Bauhaus Center Tel Aviv: http://www.bauhaus-center.com

Zwischendurch tranken wir hier und da einen Cappuccino oder erfrischten uns an einem der zahlreichen Frischsaftkioske. Übrigens: Der Nieselregen hat aufgehört und das Thermometer zeigt 20 Grad bei Sonnenschein.




Gestern im Dunkeln hatten wir ein Fotogeschäft entdeckt, das es bereits seit 1945 an dieser Stelle gibt. Der Besitzer war so etwas wie ein Chronist des Aufbaus der Stadt Tel Aviv. Sein Erbe verkauft jetzt unter anderem Abzüge dieses riesigen Fotoarchives. Wir wälzten Alben mit Kontaktabzügen und suchten uns ein Motiv aus. Freitag soll das Bild fertig sein.


Gleich um die Ecke erstreckt sich der Obst-, Lebensmittel- und Kramwarenmarkt. Hier - aber auch nur hier - bemerkt man, daß man sich im Orient befindet. Der Winterfeldtmarkt in Berlin mag mediterran sein, ist aber angesichts dieses Basars kaum erwähnenswert. Die Leute sind auch hier alle sehr nett und freundlich. Keine Selbstverständlichkeit, wenn man, wie viele andere Touristen auch, jedem seine Kamera ins Gesicht hält. Selbst ein paar deutsche Worte bekommt man freundlich zurück - das hätten wir in Israel nicht erwartet.




Den Sonnenuntergang genossen wir, während wir am Strand wieder in Richtung Norden liefen. Zum Abschluß des Tages gab es dann einen Super Homemade Burger. Wir dachten 300 Gramm wären für Fleischfresser ideal, na wenn wir uns da mal nicht getäuscht haben.


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