Städte

Donnerstag, 18. November 2010

Toulouse - eine Stadt sieht rot


Wir haben die Entfernung von Bilbao nach Toulouse doch etwas unterschätzt, denn wir kamen erst im Dunkeln in unserem Hotel am Stadtrand von Toulouse an. Tagsüber ging es recht schnell über die Autobahn aus Spanien raus, in Frankreich fuhren wir jedoch überwiegend über Landstraßen, was sich dann etwas in die Länge zog. Wir machten auch ein paar Stops, kauften Getränkevorräte ein und so weiter. Das machte aber alles nichts, da es sowieso ab der Landesgrenze ununterbrochen regnete, obwohl wir uns in Bilbao bei strahlendem Sonnenschein auf den Weg gemacht hatten.


Am Dienstag morgen regnete es wenigstens nicht mehr. Wir parkten etwas außerhalb an einer Metrostation und machten uns zu Fuß auf den Weg in die Stadt. Nach etwa einer halben Stunde begrüßte uns bereits der Kirchturm der Basilique Saint Sernin.


Ein wildes Getümmel von Schülern, die offenbar ihren Hunger in den zahlreichen Boulangerien dieser Gegend stillten. Schnell erreichten wir den Place de la Capitole, den zentralen großen Platz in der Mitte der Altstadt.


Besonders hier ist sehr augenfällig, daß die gesamte Altstadt aus roten Backsteinen erbaut wurde, die Dächer sind rot gedeckt und selbst die Gehsteige sind oft in rot gehalten.


Einen herrlichen Blick auf die Altstadt von oben hat man vom Parkhaus "Les Carmes". Wir hatten vom Platz aus gesehen wie sich Autos nach oben schraubten und nahmen daher an, daß das oberste offene Parkdeck doch einen herrlichen Ausblick über die Stadt bieten müßte - und so war es dann auch. Ebenso atemberaubend ist die Sicht von der Dachterasse des Lafayette-Kaufhauses, welches dort ein Café betreibt. Beides legen wir Besuchern von Toulouse wärmstens ans Herz. Hier ein Link zu Google Earth und ein Foto vom Dach des Parkhauses.


Fast ganz Frankreich ist bereits online bei Google StreetView. Wenn Ihr also schon bei Google Maps seid, so zieht doch einmal das kleine gelbe Männchen irgendwo in den Plan - dann könnt Ihr selbst einen virtuellen Spaziergang durch die Altstadt von Toulouse machen. Wir halten das für eine tolle Sache, auch wenn in Deutschland dagegen massiv Stimmung gemacht wird.

Da wir auch in unserer Freizeit immer nach neuen Eisideen Ausschau halten, waren wir besonders begeistert, als wir auf die kleine Eisboutique von Philippe Faur stießen.


Dieser lokale Maitre Glacier ist einer der kreativsten seines Faches, dem wir bisher begegnet sind. Exotische Eissorten wie Roquefort, Senf, Trüffel, Leberpastete und selbst Kaviarsorbet gehen auf sein Konto. Ein Blick auf sein Angebot könnt Ihr unter http://www.philippefaur.com werfen. Sicherlich werden wir nächsten Sommer auch einiges davon ausprobieren.

Als der Abend dämmerte ging es durch die Gassen der Altstadt des großen Studentenviertels am Nordufer der Pont Saint-Pierre zurück zum Auto.


Bei knapp 440.000 Einwohnern gibt es hier übrigens in etwa 100.000 Studenten. Eine kleine Bierkneipe zog uns aber noch magisch hinein. Udo fielen fast die Augen heraus, als er die vielen alten Emailleschilder mit herrlichen Biermotiven sah. Am Tresen sitzend eine ebenso große Überraschung: 20 Sorten Bier vom Faß aus 20 einzelnen Zapfsäulen. So etwas läßt natürlich das Herz eines alten Gastronomen, der noch dazu hin und wieder selbst einmal ein Emailleschild ersteht, doppelt so schnell schlagen.


Bereits auf dem Weg in die Stadt hatten wir ein verstecktes kleines Restaurant entdeckt und probierten dort nun das CousCous. Durchaus empfehlenswert, wenn Ihr einmal hier in Toulouse orientalisch essen möchtet.

1 Kommentar:

  1. Habe übrigens heute ein wenig mit Google streetview gespielt (ist ja heute online gegangen) und habe die meisten "verpixelten" Häuser in Mitte und im Prenzlauer Berg gesehen. Also nur auf Berlin bezogen. Ist schon lustig, da nehmen sich einige eindeutig ein wenig zu wichtig. Na wenigstens werde ich mir die Häuser beim nächsten Vorbeifahren noch viiiiiel genauer anschauen.
    Man man man, ist das armseelig...

    AntwortenLöschen