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Mittwoch, 10. November 2010

Sauwetter über Paris

Hatte es im kleinen Örtchen Noisiel schon kräftig geregnet, so kam hier in Maisons Laffitte noch Sturm und Kälte dazu.


abentliches_Paris_im_Regen

 

Trotzdem machten wir uns am nächsten Morgen auf nach Paris. Natürlich nicht zu Fuß, sondern mit der RER.
 
Udo_in_Laffitte

Wir haben uns ganz bewußt Hotels in den kleinen umliegenden Orten von Paris ausgesucht, aus denen man mit der RER (so etwas wie in Deutschland die S-Bahnen) bequem und schnell nach Paris einfahren kann.

Von unserer Unterkunft in Laffitte waren es 10 Minuten zu Fuß bis zum Bahnhof und dann ca. 20 Minuten bis ins Zentrum. Alles besser als in Paris stundenlang nach einem Parkplatz zu suchen und im Stau zu stehen. Fast überall in der Innenstadt gibt es Parkraumbewirtschaftung und man müßte sich alle zwei Stunden ein Ticket ziehen, alternativ gibt es Parkhäuser für ca 20 Euro pro Tag. Aber man würde trotzdem keinen Parkplatz finden - wir haben nur insgesamt zweimal einen freien, legalen Platz gesehen.

Nach einmaligem Umsteigen in die Metro ging es am heutigen Sonntag morgen zur U-Bahn-Station Garibaldi auf den Marché aux puces.

 

Udo_in_der_Metrostation

 

Der weltbekannte Flohmarkt von Paris findet zum Glück größtenteils in verschiedenen Hallen und Garagenanlagen statt, so daß uns Wind und Wetter nicht so viel anhaben konnten. Waren unsere Regenschirme doch schon ziemlich gebeutelt und man konnte stündlich damit rechnen, daß sie Ihr bißchen Geist aufgeben würden.
 

Willi_auf_dem_Flohmarkt


Auf dem Marché aux puces gab es allerhand tolle Sachen zu sehen (insgesamt nicht so schrottig wie bei uns auf dem Boxhagener Platz oder dem Mauerpark - eher zu vergleichen mit unseren Flohmärkten am 17. Juni und dem Markt am Ostbahnhof). Die Preise jedoch dämpften unsere Einkaufslust ungemein. Am Ende sprang dann doch noch ein kleines französisches Barbuch für 35 Euro heraus.

Erschöpft und durchgefroren gingen wir in der Nähe vom Montmartre zu einem Chinesischen Schnellimbiss und schlugen uns den Bauch voll. Hier gibt es ihn noch - und zwar in Hülle und Fülle - den guten alten Chinamann. So richtig mit Schnitzereien und Goldbronze an Plastikstuck. In Berlin heisst fernöstliche Exotik heutzutage ja meist Thai/Viet-Imbiß.

Dann zurück in unser leider nicht so toll geheiztes Hotelzimmer im Hotel Park & Suites Elegance. Schön große Zimmer, sogar Balkon und Kochgelegenheit - aber "Elegance" ist dann doch etwas anderes. Checkout hier am Montag Morgen, wir wollten noch ein anderes Hotel direkt an einer RER-Station ausprobieren.

Direkter ging es dann auch nicht. Das Ibis Hotel Saint-Gratien befindet sich 20 Meter neben der Bahnstation, die dann auch das Schönste an diesem Örtchen ist.

Bahnhof_Saint-Gratien
 
Nach dem Motto: "Nur die Harten kommen in den Garten" machten wir uns sofort wieder auf ins eiskaltnaßwindige Paris. Ohne umzusteigen waren wir nach ca. 40 Minuten an der Haltestelle Notre Dame. Erst bei der Rückfahrt am späteren Abend merkten wir, daß diese Haltestelle der RER gar nicht so leicht zu finden ist - besonders im Dunklen. Ohne große Hinweisschilder und fast ohne Beleuchtung vermutet man eher den Abstieg zu einem etwas heruntergekommenen WC oder einer Tiefgarage. Achja - man sollte besser gleich bei der Hinfahrt auch ein Rückfahrtticket kaufen, da zumindest diese RER-Station nach 22 Uhr nicht mehr besetzt ist und der einzige Automat - na sagen wir mal - nicht gerade bedienerfreundlich ist. Unser Abendessen nahmen wir in einer Pariser Institution ein: dem Boullion-Chartier. Eines der ältesten Restaurants in Paris war das Chartier wohl früher eher eine Armenspeisung, jedoch mit Stil und viel französischem Ambiente. Heute ist es ein beliebtes Ziel von Touristen aus aller Welt. Unsere amerikanischen Tischnachbarn waren ganz begeistert von der authentischen Atmosphäre und den internationalen Besuchern an ihrem Tisch.

Im_Boullion_Chartier

 

Unser französischer Ober erinnerte eher an "Dinner for one". Er hatte wohl schon zu viel Rotwein probieren müssen und war (nett formuliert) etwas unkonzentriert, während seine ca. 20 anderen Kollegen nur so durch die Hallen flitzten. Das Essen ist mäßig gut, für Pariser Verhältnisse billig und alles wäre auch recht schnell gegangen, wenn nicht ... s.o.. Wer mehr wissen oder sehen möchte, informiert sich auf deren Webseite oder gibt den Restaurantnamen einmal bei Flickr ein.

Da unsere alten Knochen die Kälte nicht länger aushalten würden, beschlossen wir weiter in den Süden zu fahren. Die nächste Station auf dem Weg nach Bordeaux heißt "Tours", eine Stadt von der wir eigentlich bisher nichts wußten.

Gestern Abend sind wir also hier angekommen und waren bei unserem ersten Spaziergang (immer noch Regen, jedoch schon etwas wärmer als in Paris) doch positiv überrascht. Tours hat eine wunderschöne Altstadt mit vielen kleinen Bistrots und Restaurants und noch mehr jungen Menschen, die die Straßen mit Leben erfüllen.

 

Tours_1

Rathaus_Tours

 

Heute dann kam sogar ein paar Mal die Sonne heraus und es hat "nicht" geregnet. So wurde unser Stadtbummel zu einem richtigen Vergnügen. Die Stadt, ihre Gebäude, Straßen und Plätze sind perfekt in Schuß und die abendliche Beleuchtung ist herrlich, ohne dabei steril zu wirken. In dieser Stadt wird noch gelebt und nicht wie in Prag oder Rothenburg ob der Tauber nur auf den Tourismus geachtet.

Durch Zufall landeten wir in der Grabeskirche des heiligen St. Martin, ja, der mit der Laterne. Davor einheimische Riten zum St. Martinsfest, das besonders hier morgen gefeiert wird.

 

Überwältigt vom Angebot in der großen Markthalle beschlossen wir heute auf einen Restaurantbesuch zu verzichten und deckten uns mit herrlichen Pasteten und Rohmilchkäsen ein. Etwa die Hälfte davon haben wir uns eben mit frischem Baguette einverleibt - herrlich.
 
in_der_Markthalle

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